Voraussetzungen für eine stationäre Aufnahme

  1. Hautfachärztliche ambulante Vorbehandlung. Selbstverständlich kann bei akuten Notfällen die Einweisung auch durch Ärzte anderer Fachrichtungen erfolgen, wenn z.B. der behandelnde Hautarzt gerade in Urlaub ist etc. Bei speziellen Indikationen wie z. B. Ulcus cruris oder bösartigen Hauttumoren, die entweder groß oder am Kopf lokalisiert sind, ist ebenfalls eine Einweisung durch Ärzte anderer Fachrichtungen möglich.
  2. Eine stationäre Einweisung mit gering ausgeprägtem Befund ohne jegliche hautfachärztliche Vorbehandlung in der vorangegangenen Zeit ist nicht möglich. Hier ist zunächst auf einen niedergelassenen Dermatologen zu verweisen.
  3. Befundschwere: bei Psoriasis z.B. nur mittelschwere bis schwere Formen (PASI>10 bis über 20). Sonst ausgedehnte, flächenhafte Befunde, systemische Begleitreaktionen wie Fieber, Schüttelfrost, Anaphylaxie. Stark beeinträchtigende Befunde z.B. im Gesicht.
  4. Ausgeschöpfte ambulante hautfachärztliche Therapieoptionen: Anwendung topischer Steroide, ambulante Fototherapie, ambulante Systemtherapie ohne durchgreifenden Erfolg oder mit raschem Rezidiv.
  5. Säuglinge und Kleinkinder mit schwerem Hautbefund, bei denen die leitliniengerechten ambulante Therapieoptionen frühzeitig ausgeschöpft sind. Hier ist auch die Einweisung durch einen Kinderarzt völlig unproblematisch.
  6. Bei Patienten zur Nahrungsmittel-Testung: anaphylaktische Reaktionen in der Eigenanamnese (Luftnot, Schluckbeschwerden, Kreislaufdysregulation, Kollaps), mindestens jedoch Angioödem. Bei allen „nichtbedrohlichen“ Reaktionen (Urticaria, gastrointestinale Beschwerden) kann die Testung ambulant erfolgen.
  7. Einschränkungen der ambulanten Therapierbarkeit durch bestimmte Grunderkrankungen des Patienten (Bewegungseinschränkungen, Immobilität, Demenz, psychische Erkrankung, Blindheit).
  8. Patienten mit seltenen schweren Hauterkrankungen wie z. B. Mastozytose und Kollagenosen müssen keine speziellen Aufnahmevoraussetzungen beachten.
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