Hyposensibilisierung

Die Hyposensibilisierung ist die einzige ursächliche Behandlungsmöglichkeit einer Allergie. Hierbei wird das Allergen in steigender Dosis zugeführt, um den Körper daran zu gewöhnen.

Hyposensibilisierung Biene / Wespe

Bei einer Allergie gegen Bienen- oder Wespengift unterscheidet man eine übersteigerte Lokalreaktion (ausgedehnte Schwellung am Ort des Stiches) von einer systemischen Reaktion, der Anaphylaxie, welche verschiedene Schweregrade aufweisen kann. Zu Symptomen der Anaphylaxie zählen z.B. ein generalisierter Hautausschlag, Kreislaufprobleme, Übelkeit, Herzrasen bis hin zum Atem- und Kreislaufstillstand. Im Falle einer systemischen Reaktion ist nach der Akutbehandlung die Einleitung einer Hyposensibilisierung indiziert.

Bereits prästationär sollten spezifische IgE-Antikörper im Blut bestimmt werden. In unserer Klinik erfolgen dann Hauttests (Prick-Test und Intracutan-Test) zum Nachweis der Sensibilisierung. In der Zusammenschau der erhobenen Befunde und der Krankengeschichte kann dann entschieden werden, ob eine Hyposensibilisierung erforderlich ist und gegen welches Insekt diese erfolgen sollte.

In der Psorisol bieten wir die Einleitung der Hyposensibilisierung nach dem Ultra-Rush-Verfahren an. Hierbei erfolgt die Aufdosierung innerhalb von drei Tagen unter stationärer Überwachung. Am dritten Tag bekommen die Patienten die erste Spritze der Fortsetzungsbehandlung. Diese muss ambulant alle vier Wochen für die Dauer von 3-5 Jahren verabreicht werden.

Die Hyposensibilisierung schützt bei der überwiegenden Mehrzahl der Patienten vor einer erneuten systemischen Reaktion. Dennoch sollte zur Sicherheit immer ein Notfallset bestehend aus einem Kortison-Saft, einem flüssigen Antihistaminikum und ggf. einem Adrenalin-Autoinjektor mitgeführt werden.

Grundsätzlich sollten Patienten mit Anaphylaxie nicht mit ß-Blockern oder ACE-Hemmern behandelt werden, da diese Medikamente Risikofaktoren für schwerwiegendere Reaktionen darstellen. Vor einer Hyposensibilisierung müssen diese Medikamente daher ausgetauscht werden.

Jährlich sterben ca. 20 Menschen im Rahmen einer Anaphylaxie auf Bienen- oder Wespengift. Nehmen Sie ihre Allergie ernst!

Hersbrucker-Zeitung-Freitag-04-09.2015 keine panik vor wespen.pdf

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