Autoimmunerkrankungen

Zwei Gruppen von Autoimmunerkrankungen sind zu unterscheiden: diejenigen, die sich allein an der Haut abspielen, dort aber schwere Verläufe nehmen können, die Auswirkungen auf den übrigen Organismus nach sich ziehen – und solche, die von vornherein nicht nur die Haut, sondern auch andere Organsysteme betreffen können.

Zur ersten Gruppe gehören beispielsweise die blasenbildenden Erkrankungen Pemphigoid, Pemphigus, lineare IgA-Dermatose, Epidermolysis bullosa acquisita, aber auch die zirkumskripte Sklerodermie (Morphaea) und im weitesten Sinne die Knötchenflechte (Lichen ruber).

Die zweite Gruppe umfasst die Krankheiten des sogenannten rheumatischen Formenkreises wie Lupus erythematodes, Dermatomyositis und systemische Sklerodermie sowie verschiedene Überlappungsphänomene mehrerer dieser Erkrankungen. Je nach Schwerpunkt der betroffenen Organe kann hier die Zuständigkeit beim Dermatologen, aber auch beim Rheumatologen liegen. In jedem Fall sollte der Dermatologe im Umgang mit diesen Erkrankungen aber auch profunde Kenntnisse im internistischen Bereich haben, um Diagnostik und Therapie entsprechend abwägen zu können.

Da es keinen „goldenen Therapieweg“ gibt, der allen betroffenen Patienten gleichermaßen sicher hilft, muss die Behandlung auf den Einzelfall zurechtgeschnitten sein. Dies setzt eine gründliche, fachübergreifende Diagnostik voraus, die wir in der PsoriSol Hautklinik in Kooperation mit anderen Ärzten umfassend leisten.

Erst dann kann über die individuelle Therapie entschieden werden, zu der bei Morphaea, Lichen ruber und Sklerodermie auch eine intensive UV-Therapie gehört. Hinzu kommt bei der Sklerodermie auch eine intensive physikalische Therapie zur Verbesserung der Beweglichkeit.

Bei den gefäßbezogenen Problemen der rheumatischen Erkrankungen kann zyklische Gabe von Ilomedin sinnvoll sein, welche wir ebenfalls durchführen

Darüberhinaus spielt bei vielen Autoimmunerkrankungen eine medikamentöse Dämpfung der Immunreaktion eine zentrale Rolle, wofür uns verschiedene, hochwirksame Arzneimittel zur Verfügung stehen. Bei den blasenbildenden Autoimmunerkrankungen ist Kortison in der Anfangszeit der Behandlung meist unverzichtbar (und sehr hilfreich). Für eine mögliche Langzeittherapie ist es jedoch wichtig, kortisonsparende Medikamente wie Dapson, Azathioprin, Ciclosporin A, Methotrexat oder Mykophenolatmofetil einzuführen, um die Risiken einer anhaltenden, höher dosierten Kortisontherapie zu minimieren.

Ziel ist eine langfristige Beschwerdefreiheit oder Minderung der Beschwerden durch eine angemessene, gut verträgliche und langzeitsichere Behandlung.      

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